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Das älteste Porzer Gymnasium feierte im Jahre 2008 seinen 100. Geburtstag. Gegründet als Höhere Knabenschule im Jahre 1908, als eine „höchst segensreiche Einrichtung" wie es das Protokoll des damaligen Gemeinderates vermerkt, begann die Schule ihre Tätigkeit auf interkonfessioneller Basis.

1908-1924

Schon zwei Jahre später waren auch Mädchen erwünscht, die zusammen mit den Knaben während fünf Schuljahren auf das Realgymnasium in Cöln-Deutz vorbereitet wurden. Das jährliche Schulgeld von 180 DM war für die meisten Familien unerschwinglich.

Das Interesse der Porzer Bürger an ihrer Höheren Schule war jedoch bereits in den Gründerjahren sehr groß. So unterstützte der Industrielle Peter Mühlens mit 6000 Goldmark die Schule, insbesondere begabte Kinder aus Arbeiterfamilien. So wechselvoll wie die politischen Ereignisse dieses Jahrhunderts ist auch die Geschichte der Höheren Schule zu Porz. Name und Anschrift änderten sich mehrfach. 

1924-1953

Höhere Schule - Oberschule - Neusprachliches Progymnasium - Stadtgymnasium Porz am Rhein - Städtisches Gymnasium Köln-Porz - Stadtgymnasium Köln-Porz. Als das erste Schulgebäude, das Dilgen'sche Haus, zu klein wird, ist von 1934 bis 1953 die Villa Bellona Hauptstraße 315 das Domizil der Schule. Zur Zeit werden ca. 1000 Schüler und Schülerinnen von 67 Lehrern und Lehrerinnen im Gebäudekomplex des Stadtgymnasiums Ecke Kaiserstraße/Humboldtstraße unterrichtet, zu dem mehrere Turnhallen und zwei Sportplätze gehören. Gravierender als der äußere Wandel ist jedoch der Wandel in den Bildungszielen.

1957
1962
1962

Anfangs wurden die Kinder hin zu den Tugenden des preußischen Beamten erzogen, später im Dritten Reich „versuchten" die Politiker, über die Lehrer nationalsozialistische Ideen den Schülern nahezubringen. Heute sind es demokratische Werte gepaart mit Leistungswillen, die am Stadtgymnasium Köln-Porz gefördert und gefordert werden.
In zwei Punkten ist sich die Schule in den neun Jahrzehnten trotz teils widriger äußerer Umstände stets treu geblieben. Die große Mehrheit der Lehrer hat sich zunächst dem einzelnen Schüler und dann erst der Obrigkeit gegenüber verpflichtet gefühlt. Zudem herrschte stets ein liberaler Geist an dieser Schule, der allerdings nicht immer das Wohlwollen der Politiker fand. So mußte Rektor Schaaf, der die Schule 35 Jahre lang erfolgreich leitete, dem Bürgermeister 1934 Rechenschaft darüber abgeben, warum von den Kindern der Höheren Schule nur selten mit „Heil Hitler!" gegrüßt wurde. Im Laufe der Jahrzehnte ist das Schicksal von zigtausenden von Porzer Familien eng mit dem Geschehen am Stadtgymnasium verflochten. Da in dem 1953 von StR Hubert Becker gegründeten Gymnasialsportverein, kurz GSV genannt, nicht nur Schüler des Gymnasiums Mitglieder sind, und zudem die Volkshochschule Kurse im Stadtgymnasium abhält, sind auch die Räumlichkeiten des jetzigen Gymnasiums sehr vielen Porzer Bürgern vertraut.

Neubau 2004